WITTMANN.
Wenn man mich fragt, wie das alles angefangen hat, gibt es keine romantische Geschichte vom Vater, der mir mit fünf Jahren den ersten Schraubenschlüssel gereicht hat. Die Wahrheit ist: Ich hatte ein Hercules Prima 5s, das eigentlich nur eines konnte: kaputtgehen.
Ob Kolbenfresser, Zylinderschäden, eine zickende Zündung oder ein absaufender Vergaser – das Ding war eine Dauerbaustelle. Da ich weder das Geld noch die Lust hatte, ständig andere zu bezahlen, habe ich angefangen, es selbst zu richten. Dabei habe ich zwei Dinge gemerkt: Es macht verdammt viel Spaß, wenn es am Ende wieder läuft. Und ich will verstehen, wie jede einzelne Schraube funktioniert.
Aus der Mofa-Schrauberei wurde eine Ausbildung zum KFZ-Mechatroniker bei Mercedes. Wer jetzt denkt, ich wäre dort zum Profi-Tuner gereift, irrt sich. Ehrlich gesagt habe ich dort vor allem gelernt, wie man perfekt kehrt und wie man extrem effizient blau macht.
Ich habe zwar meinen Gesellenbrief in der Tasche, aber das echte Wissen kam nicht aus dem Lehrbuch, sondern durch „Learning by Doing".
Nach der Ausbildung ging es erst mal für sechs Jahre zu meinem Vater auf den Bau. Knochenarbeit, bei der man lernt, anzupacken. Heute bin ich als Projektleiter im Bereich Brandschutz unterwegs und stelle Schaumlöschanlagen auf fluorfreie Mittel um.
Ein Job, der extrem strukturiert und nach klaren Vorschriften abläuft. Genau deshalb brauche ich die Garage. Dort gibt es keine DIN-Normen für meinen Geschmack. Die Garage ist das komplette Gegenteil zu meinem Arbeitsalltag – mein Ort für Chaos, Experimente und den Dreck unter den Fingernägeln.
Angefangen hat alles ohne Hebebühne oder Spezialwerkzeug. Mein erstes Auto war ein Golf 3 – eine Liebe, die wahrscheinlich nie enden wird. Damals wurde alles, was anstand, im Hof mit einem wackeligen Wagenheber erledigt.
Diese „Hinterhof-Mentalität" steckt heute noch in meinen Projekten. Kein Profi-Setup, kein perfektes Studio. Echte Arbeit, echte Fehler, echte Ergebnisse.
Ich dokumentiere meine Projekte nicht, um den Lehrer zu spielen. Ich habe kein Skript und keinen Masterplan. Ich nehme dich einfach mit auf meine Reise. Du siehst, wie ich Autos umbaue, sie tiefer lege, Felgen suche und versuche, das Maximum rauszuholen.
Und du siehst vor allem eines: Versuch und Irrtum. Wenn ich scheitere, läuft die Kamera weiter. Wenn ich drei Anläufe für ein Teil brauche, gehört das dazu. Hier gibt es keine Fake-Idylle, sondern echte Arbeit aus der eigenen Werkstatt.
Kein Skript. Kein Masterplan. Nur echte Arbeit.
BEI WITTI.